Heizungsvergleich: Gas, Öl oder Pellets?

24. November 2013 in Blog

Im Oktober hat die Bundesregierung die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV) verabschiedet. Danach müssen Öl- und Gasheizkessel, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, bis 2015 ausgetauscht werden. Ausgenommen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel. Auch Hauseigentümer, die seit mindestens Februar 2002 in Häusern mit nicht mehr als zwei Wohneinheiten leben, sind von der neuen Austauschpflicht ihrer Anlagen ausgenommen. Von der Neureglung betroffen sind rund eine halbe Millionen Haushalte.

Die Frage danach, welche Heizung die Beste ist, stellen sich allerdings auch Immobilienbesitzer, die ihr Haus neu- oder umbauen oder die Umwelt und den Geldbeutel durch den Einbau einer neuen Heizung schonen möchten. Der Energiehändler Präg hat die Vor- und Nachteile der gängigsten Heizungen zusammengestellt. „Die perfekte Heizung an sich gibt es nicht. Welche Heizung individuell die Richtige ist, hängt vom Immobilientyp, den persönlichen Präferenzen des Immobilieneigentümers und dem verfügbaren Platz ab. Darüber hinaus spielt die Einschätzung der Preisentwicklung der verschiedenen Energieträger wie auch die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle. Und selbstverständlich sollten Immobilienbesitzer abwägen, zu welchem Zeitpunkt sie welche Kosten tragen können und wollen“, erklärt Marc Deisenhofer, Geschäftsführer des Energiehändlers Präg.

Strom-Heizung: Auf Dauer teuer

Eine Strom-Heizung ist in einigen Haushalten zwar noch vorhanden, wird jedoch in der Regel in Neubauten nicht mehr eingebaut. Zwar punkten sie mit niedrigen Installations- und Wartungskosten. Allerdings haben sie erhebliche Nachteile gegenüber anderen Heizsystemen, was laufende Kosten und Effizienz betrifft. Ursprünglich war diese Heizungsform dafür gedacht, preiswerten nachts erzeugten Strom zu speichern und diesen auch tagsüber zu nutzen. Inzwischen sind die Preise für Nachtstrom jedoch deutlich gestiegen und Steuervergünstigungen weggefallen. Ein Austausch der alten Stromheizung, speziell der Nachtspeicherheizung, lohnt sich also. Mit diesem sind zwar zunächst Investitionskosten verbunden. Allerdings sind gerade bei einem Austausch alter Stromheizungen die Einsparmöglichkeiten groß. Und: Der Austausch wird sogar vom Staat gefördert.

Gas-Heizung: Niedrige Anschaffungskosten

Eine Gas-Heizung bietet einige Vorteile. So ist ihr Platzbedarf sehr gering. Ihre Anschaffungskosten fallen vergleichsweise niedrig aus. Und Verbraucher können ihren Gasanbieter seit der Liberalisierung des Energiemarktes selbst wählen. Entscheiden sie sich für einen Wechsel, können sie so oftmals einiges sparen. Laut Präg lassen sich Gas-Heizungen zudem sehr gut mit umweltfreundlichen Solarthermie-Anlagen koppeln. Die jährlichen Heizkosten können damit erheblich gemindert werden.

Öl-Heizung: Hohe Effizienz, große Preisschwankungen

Laut einer aktuellen statistischen Erhebung vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks gab es im Jahr 2012 über 5,8 Millionen Öl-Heizungen in Deutschland. Etwa 1,2 Millionen waren älter als 21 Jahre, fast 500 000 älter als 29 Jahre. Für den Betrieb einer Öl-Heizung spricht aber nicht nur ihre lange Lebensdauer. Öl-Heizungen mit Brennwerttechnik zählen zu den effizientesten Heiztechniken überhaupt. Bei konventionellen Öl-Heizungen geht die in den Abgasen gebundene Wärme allerdings verloren. Anlagen mit Brennwerttechnik führen diese Wärme dem Heizsystem hingegen wieder zurück. Bei den Kombinationsmöglichkeiten steht die Hybridheizung mit Brennwerttechnik und Sonnenenergie aktuell hoch im Kurs. Durch die Verknüpfung mit einer Solaranlage kann der Heizölverbrauch um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Der Einbau von Öl-Heizungen mit Brennwerttechnik und Solaranlagen wird staatlich gefördert. Bezüglich ihrer Investitionskosten ist die Ölheizung die günstigste Variante neben der Gasheizung.

Pellet-Heizung: Umweltfreundlich und aktuell günstig

Die Pellet-Heizung bietet viele Vorteile. Sie ist nicht nur umweltfreundlich. Auch ist der Brennstoff deutlich günstiger als Gas oder Öl. Nachteilig sind die höheren Anschaffungskosten für die Heizanlage und das Pellet-Lager. Allerdings wird die Anschaffung einer Pellet-Heizung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Der Zuschuss für einen Pellet-Kessel beträgt derzeit je nach Ausführung bis zu 2900 Euro.

Alternative Heizungen prüfen

Beim Vergleich der verschiedenen Heizungsarten sollten Verbraucher auch Wärmepumpen und die reine Solarthermie nicht vergessen. Wärmepumpen sind in der Anschaffung zwar teuer, dafür aber hocheffizient. Sie nutzen die in der Umwelt gespeicherte Wärme. Die Betriebs- und Wartungskosten sind niedriger als die von Gas- oder Öl-Heizungen. Am effizientesten lassen sich Wärmepumpen mit einer Niedrigtemperaturheizung betreiben, beispielsweise einer Fußbodenheizung. Der Einbau von Wärmepumpen wird staatlich gefördert.

Die komplette Wärmeversorgung mit Solarthermie wird aktuell von relativ wenigen Haushalten genutzt. Hauptverantwortlich dafür sind der hohe Anschaffungspreis und der große Platzbedarf der Energiespeicher. Eine Alternative zur Komplettversorgung ist ein gekoppeltes und unterstützendes Heizsystem beispielsweise mit Pellet-, Gas- oder Öl-Heizungen.